2016 stieg die Anzahl der Ausbildungsverträge im Handwerk deutlich an

Das Erlernen von einem Handwerksberuf wird in Deutschland immer beliebter. Das Handwerk verzeichnet 2016 deutlich mehr Ausbildungsverträge, als noch im Vorjahreszeitraum. In der Landeshauptstadt von Sachsen liegt das Plus beispielsweise bei mehr als 17 Prozent. Auch Bayern und Baden-Württemberg verweisen auf ein deutliches Wachstum. Nur in einem Bundesland wurde ein Minus verzeichnet.

Immer mehr Jugendliche entscheiden sich für eine Handwerkslehre. Sicher trägt auch die Kampagne des Handwerks ihren Teil dazu bei. In vielen Regionen Deutschlands registrieren die Handwerkskammern schon Ende Mai 2016 deutlich mehr Lehrverträge als im Vorjahreszeitraum. Ein Beispiel aus Baden-Württemberg: Im Bereich der Handwerkskammer Ulm wurden 7,7 Prozent mehr Lehrverträge abgeschlossen. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden liegt das Plus sogar bei mehr als 17 Prozent.

Gründe für die Zunahme

Immer mehr Unternehmen, Kreishandwerkerschaften, Innungen und Kammern verschiedener Handwerksbranchen sprechen seit einigen Jahren nicht nur Schüler von Real- und Gesamtschulen, sondern auch von Gymnasien an und werben für die duale Ausbildung in ihren Berufsfeldern. Viele Betriebe geben aber auch benachteiligten Jugendlichen und Flüchtlingen eine Chance – auch dies ist oft von Erfolg gekrönt.

Die Bayerischen Handwerkskammern verzeichneten 2016 bislang den Abschluss von 10.031 neuen Lehrverträgen, was einem Plus von 7,28 Prozent entspricht. In Baden-Württemberg schlossen Handwerksunternehmen 6.657 neue Ausbildungsverträge ab, das sind gegenüber dem Vorjahr 2,2 Prozent mehr. Thomas Malcharek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, spricht von „einer weiteren Stabilisierung mit leichten Zuwächsen“.

Hessen verzeichnet hingegen ein Minus. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, Bernhard Mundschenk äußerte sich dahin gehend, dass es keinen Lehrstellenmangel, „sondern einen Mangel an geeigneten Bewerbern“ gäbe. Zugleich konkurrieren Handwerksbetriebe immer stärker mit industriellen Ausbildungsberufen. Das Studium werde in der Gesellschaft „immer mehr als vermeintlicher Königsweg angesehen“, so Mundschenk. Handwerksbetriebe und Kammern sprechen jetzt verstärkt Gymnasiasten an, um sie von einer Ausbildung in einem Handwerksberuf zu überzeugen. Zugleich werden die Betriebe und Kammern auch vermehrt um Studienabbrecher.

Ausbildungsbotschafter werden aktiv

Besonders in den südlichen Bundesländern schicken Handwerksunternehmen sogenannte Ausbildungsbotschafter in Schulen,  um die Schüler für eine Ausbildung im jeweiligen Handwerksberuf zu gewinnen. Bei den Ausbildungsbotschaftern handelt es sich um Auszubildende des zweiten Lehrjahres. Gerade Realschüler und Gymnasiasten haben im Handwerk beste Chancen und können sich zur Führungskraft oder sogar zum selbstständigen Unternehmer weiterentwickeln, so der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstags, Lothar Semper. HANDWERKER-TK informiert regelmäßig über aktuelle Themen zum Handwerk. Folgen Sie uns auf Facebook, der Seite für alle Handwerker (Seite liken).

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