Gesetzesänderung – Fahrtkosten gehören zu den Pflichtangaben im Angebot

Eine neue gesetzliche Regelung sorgt dafür, dass die Fahrtkosten nun im Angebot enthalten sein müssen. Das neue Gesetz soll die wachsende Anzahl rechtlicher Auseinandersetzungen zwischen Handwerker und Kunden stoppen und auch dafür sorgen, dass Handwerker nicht mehr auf ihren Kosten sitzen bleiben. Denn in Vergangenheit bekamen oftmals die Auftraggeber Recht vor Gericht.

In den meisten Fällen stellen Handwerker, die direkt beim Kunden vor Ort tätig werden, neben der Arbeitszeit und dem eingesetzten Material auch die Fahrtkosten in Rechnung. Diese können unter Umständen sehr hoch ausfallen, weshalb es immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden kommt.

Dabei ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass die Fahrtkosten im Angebot aufgeführt werden müssen, nur hält sich bislang kaum ein Unternehmen daran. Deshalb weigerten sich einige Auftraggeber, diese Kosten ebenfalls zu begleichen. Bisher standen die Richter meist auf der Seite der Handwerker, aber das wird sich durch eine neue gesetzliche Regelung wahrscheinlich ändern.

Fahrtkosten müssen nun im Angebot enthalten sein

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Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen weist ihre Mitglieder darauf hin, die Fahrtkosten nun bereits von Anfang an mit aufzuführen. Dazu können Sie beispielsweise die TopKontor Handwerk Handwerkeroftware nutzen, die anhand voreingestellter Informationen die entstehenden Fahrtkosten ermittelt und im Angebot aufführt. Diese Angaben werden später auch für die Rechnungsstellung verwendet, können aber selbstverständlich auch angepasst werden.

Dies ist beispielsweise dann notwendig, wenn mehr Fahrten als ursprünglich gedacht notwendig werden. Diese Fahrten sollten Sie sich aber, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, vom Auftraggeber bestätigen lassen.

Nachträgliche Berechnungen der Fahrtkosten sind in Zukunft ungültig, sie sind nicht mehr einforderbar. Dies ist in Paragraf § 312a BGB geregelt, der zwar schon seit Mitte 2014 in Kraft ist, bisher aber noch nicht konsequent zur Anwendung kam. Dies soll sich jetzt ändern. Deshalb sollten Handwerksbetriebe dieser Pflicht bereits jetzt nachkommen.

Was beinhaltet der Paragraf 312a BGB genau? Was ist wichtig?

Im § 312 a Absatz 2 BGB ist festgeschrieben, dass Handwerker den Verbraucher bereits im Vorfeld, spätestens aber bei Vertragsabschluss über die Höhe der Anfahrt- und Lieferkosten informieren müssen. So sind auch Missverständnisse ausgeschlossen. Wer die Fahrt-, Fracht-, Liefer- und sonstige Kosten nicht im Angebot aufführt und in den Vertrag einarbeitet, riskiert, dass er diese Kosten nicht erstattet bekommt, denn ein Anspruch auf Zahlung dieser Leistungen besteht nicht.

Werden weitere Termine notwendig, so sollte eine rechtzeitige Information an den Auftraggeber erfolgen. Sinnvoll ist es, sich die zusätzlichen Liefer- und Anfahrtskosten schriftlich bestätigen zu lassen und diese sofort in die Software einzupflegen. Die aktualisierten Daten können dann dem Auftraggeber direkt per E-Mail zugeschickt und er so noch einmal extra in Kenntnis gesetzt werden.

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