Neue Gesetze bedrohen mobile Ein-Mann-Handwerksunternehmen

Neue Gesetze bedrohen die Existenz mobiler Handwerker – oder auch „mobile Generalisten“, wie die Ein-Mann-Handwerksbetriebe gerne genannt werden. Der werkstattlose Handwerker, mobil und flexibel, bietet einige Vorteile – auch für den Kunden. Diese Vorteile scheinen nun aber durch neue Gesetze bedroht. Und damit die möglicherweise die Existenz dieser Unternehmungen, wie der Artikel zeigt.

Ein-Mann-Handwerksbetrieb

Stehen vor schlechten Zeiten: Ein-Mann-Handwerksbetriebe („mobile Generalisten“) werden von der neuen Umlage bedroht (Symbolbild).

Viele Ein-Mann-Betriebe, die mancherorts auch noch als Ich-AG oder mobile Generalisten bezeichnet werden, haben sich nicht nur auf eine Dienstleistung spezialisiert, sondern sind in mehreren Bereichen aktiv. So kann beispielsweise ein Handwerker neben dem Verlegen von Fliesen, dem Mauern von Wänden, der Sanitärinstallation auch Arbeiten im Garten übernehmen und auch weitere Hausmeistertätigkeiten anbieten. Solche Allround-Handwerker sind bei den Kunden sehr beliebt. Doch eine Gesetzesänderung könnte laut einem Bericht von SPIEGEL ONLINE viele dieser Unternehmer zum Aufgeben zwingen.

Die Vorteile werkstattlose Handwerker

Werkstattlose Unternehmer (auch „mobile Generalisten“ bezeichnet“, wie die Ein-Mann-Betriebe von Arbeitsmarktexperten bezeichnet werden, arbeiten meist an vielerlei Aufträgen. Sie können sie nicht nur Fliesen verlegen, Garten- und Pflasterarbeiten übernehmen, sondern auch Türen einbauen und andere Kleinaufträge erledigen, die manches große Unternehmen gar nicht mehr annimmt. Auch am Wochenende sind manche von ihnen tätig, und das sehr oft zu Stundenlöhnen von gerade einmal 20 Euro.

Das Equipment dieser „Power Handwerker“, welches sie für die Erledigung ihrer Aufträge benötigen, passt in einen Lieferwagen, die Büroarbeit wird via Laptop oder Tablet vorgenommen, manchmal auch direkt beim Kunden vor Ort. Erleichtern können sie sich ihre Verwaltungsarbeit auch mit der TopKontor Handwerk Software, von der gerade das Servicepack 6 auf den Markt gekommen ist und die Arbeit vieler kleiner und großer Handwerksbetriebe erneut erleichtert.

Deutschlandweit gibt es 580.000 Handwerksunternehmen verschiedenster Gewerke, 42 Prozent davon machen allein die mobilen Generalisten aus, so das  „Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk“, das Teil der Universität Göttingen (IFH) ist. Auch wir haben in unserem Blog unter dem Titel „Mobile Generalisten – Laut einer Studie schreitet die Digitalisierung des Handwerks fort“ über solche Ein-Mann-Unternehmen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf diese Firmen berichtet.

Diese neuen Gesetze können mobile Handwerker bedrohen

Auch mobile Generalisten müssen seit Sommer 2015 in die Sozialkassen eine jährliche Umlage in Höhe von 900 Euro für die Ausbildung in die Sozialkassen einzahlen. Für Ein-Mann-Firmen ist das durchaus eine beträchtliche Summe, erreichen sie doch vielfach nicht einmal die Grenze (derzeit 17.000 Euro pro Jahr), bei deren Überschreitung sie umsatzsteuerpflichtig werden.

Die Umlage wurde deshalb eingeführt, um auch Unternehmen an den Ausbildungskosten zu beteiligen, die selbst keine Auszubildenden beschäftigten. Hauptziel der Umlage ist allerdings, der Scheinselbstständigkeit den Kampf anzusagen. Denn immer mehr Unternehmen beschäftigen Ein-Mann-Unternehmen zu sehr geringen Löhnen und zugleich ohne eine ausreichende soziale Absicherung.

  • Fliesenleger Leverkusen 26. Februar 2016, 10:13

    Ich dachte eigentlich, dass man nur diese Dienstleistungen anbieten darf, welche man bei der Gewerbeanmeldung angegeben hat…

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    • Marcel 29. Februar 2016, 7:01

      Das eine schließt das andere ja nicht aus. Beim Gewerbeamt werden die Dienstleistungen entweder zur Gewerbeanmeldung eingetragen oder nachträglich vom Dienstleister ergänzt/ geändert. Da genügt es oftmals nur beim Gewerbeamt anzurufen oder persönlich vorzusprechen und die Änderungswünsche eintragen zu lassen.

      Viele Grüße,
      Marcel

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