Malerhandwerk: Tarifgespräche drohen zu scheitern

Die Fronten sind verhärtet. Die Tarifverhandlungen drohen zu scheitern. Turbulente Zeiten im Malerhandwerk, das deutschlandweit 140.000 Beschäftigte zählt und sich in 25 Jahren die Löhne zwischen Ost und West kaum angeglichen haben. Was folgt wenn die Tarifgespräche scheitern?

Am dritten Verhandlungstag wurden die Tarifgespräche zwischen IG BAU und den Arbeitgebern aus dem Malerhandwerk ergebnislos abgebrochen. Dem vorausgegangen war ein nach Angaben der IG BAU nicht verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber. Die Vorstellungen beider Seiten liegen so weit auseinander, dass eine Einigung derzeit kaum möglich sei. Mit dem Abbruch der Gespräche gelten die Tarifverhandlungen nahezu als gescheitert, im nächsten Schritt muss nun eine Schlichtung durchgeführt werden.

Das Malerhandwerk verzeichnet etwa 140.000 Beschäftigte. Auch 25 Jahre nach der Einheit gibt es bei der Entlohnung immer noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, die IG BAU strebt hier eine weitere Angleichung an.

Arbeitgeber zeigen nur geringe Verhandlungsbereitschaft

Maler unzufrieden

Unzufrieden: Arbeitnehmer im Malerhandwerk.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Dietmar Schäfers, äußerte sich dahingehend, dass er „eine solche Sturheit wie in dieser Tarifrunde“ bislang noch nicht erlebt habe. Arbeitgeber bräuchten sich seiner Meinung nach nicht einbilden, „dass sich noch viele junge Menschen für das Maler- und Lackiererhandwerk interessieren.“

Die IG BAU fordert für die Beschäftigten ein Lohnplus von 5,9 Prozent, die Laufzeit soll bei zwölf Monaten liegen. Zugleich fordert sie auch, sowohl den 24. und den 31. Dezember als arbeitsfreie Tage mit vollem Lohn anzuerkennen. Zugleich sollen die Ost- weiter an die Westlöhne angepasst werden. Die Gegenseite bietet eine einprozentige Lohnerhöhung für den Zeitraum von zwei Jahren.

Als Nächstes folgt das Schlichtungsverfahren

Nachdem die Verhandlungen erfolglos abgebrochen wurden, empfiehlt die IG BAU-Tarifkommission, das Scheitern offiziell festzustellen. Diese Feststellung muss durch den IG BAU-Bundesvorstand bekanntgegeben werden. Daraufhin kommt die Schlichtungsordnung zur Anwendung, beide Parteien müssen sich innerhalb von etwa drei Wochen an die Friedenspflicht halten.

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