Fachkräftemangel in der Schweiz – Experten fordern mehr Flexibilität auf dem Schweizer Arbeitsmarkt

Wie gestaltet sich eigentlich der Arbeitsmarkt in der Schweiz? Mit welchen Schwierigkeiten haben die Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu kämpfen? Wir haben uns den Schweizer Arbeitsmarkt einmal genauer angesehen und beleuchten dabei vor allem die Handwerksunternehmen und Handwerker im Allgemeinen.

Als Experten für die Handwerkersoftware TopKontor Handwerk sind wir im Internet auf ein sehr interessantes Interview im schweizerischen Tagesanzeiger gestoßen, dessen Inhalt auch für deutsche Arbeitnehmer und Arbeitgeber – vor allem im Handwerk – von Interesse sein dürfte.

Denn auch in der Schweiz schlägt sich der Fachkräftemangel verstärkt nieder, der nicht nur die Ingenieur-Berufe trifft sondern vor allem auch die Handwerksunternehmen. Aus diesem Grund haben auch ältere Arbeitslose wieder die Chance, einen Job zu erhalten. So lautet der Tenor des Gespräches, welches der Tagesanzeiger mit dem Leiter der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) im Kanton Bern, Herrn Marc Gilgen, führte.

Handwerk in der Schweiz

Lohneinbußen werden vermehrt in Kauf genommen

In der Schweiz ist es gesetzlich geregelt, dass ältere Arbeitslose bei ihrer Jobsuche zu Lohneinbußen bereit sein müssen. Dazu sind auch immer mehr ältere Arbeitnehmer bereit. Das ist beispielsweise dann möglich, wenn die Kinder aus dem Haus und finanziell unabhängig sind. Durch die Lohneinbußen bleiben diese Fachkräfte auch gegenüber jüngeren Bewerbern konkurrenzfähig.

Zugleich suchen auch immer mehr Arbeitgeber gut ausgebildete Fachkräfte, beispielsweise aus dem Handwerk, aber auch Techniker, Ingenieure und Mitarbeiter in der Gastronomie und im Gesundheitswesen. Hier haben jetzt auch über 50jährige deutlich bessere Chancen, eine Anstellung zu finden.

Inländische Arbeitnehmer sollen bevorzugt eingestellt werden

Viele deutsche Arbeitnehmer bewerben sich auf Stellen in der Schweiz. Diese Personen erhalten meist ein niedrigeres Gehalt als einheimische Arbeitnehmer. Seit Kurzem sind Arbeitgeber aber dazu angehalten, vermehrt Inländer einzustellen. Ob sich Arbeitgeber vermehrt für inländische Arbeitnehmer oder die ausländische Konkurrenz entscheiden, kann die RAV Bern nicht nachvollziehen, erhält sie vom Arbeitgeber doch keine entsprechenden Rückmeldungen.

Größere Mobilität

Immer mehr Stellensuchende warten auch mit einer größeren Mobilität auf. Per Gesetz ist ein zweistündiger Weg zur Arbeit (einfache Strecke) als hinnehmbar vorgeschrieben. Viele Arbeitnehmer legen natürlich eine wesentlich kürzere Wegstrecke zurück. Ältere Arbeitnehmer mit einem engen sozialen Netz tun sich mit der Mobilität etwas schwerer. Da aber auf Stellenangebote mehrere Bewerbungen eintreffen, wird sich ein Arbeitgeber kaum für jemanden entscheiden, der einen längeren Anfahrtsweg zurücklegen muss.

Arbeitnehmer ab dem 61. Lebensjahr müssen ebenfalls nach Stelle suchen

Wer nach dem 60. Lebensjahr entlassen wurde, hat in der Schweiz ein Anrecht auf mehr Bezugstage. Gleichzeitig müssen sich diese Arbeitnehmer auf Stellensuche begeben. Spezialisten haben auch dann gute Chancen auf einen neuen Job. Nicht so gut stehen die Chancen für Mitarbeiter mit geringen Qualifikationen, aus bildungsfernen Schichten oder auch mit zu geringen Deutschkenntnissen.

Generell muss jede versicherte Person eine für sie zumutbare Arbeit annehmen, auch außerhalb ihres früheren Tätigkeitsbereichs. Die Tätigkeit darf sie unterfordern, aber nicht überfordern. Am Anfang ihrer Arbeitslosigkeit kann sie sich natürlich um eine neue Arbeit in ihrem bisherigen Berufsfeld bemühen.

Sanktionen

Arbeitssuchende haben bei der RAV Rechte und Pflichten. So müssen sie sich stetig um Arbeit bemühen. Kommen sie diesen Verpflichtungen nicht nach, werden Sanktionen – beispielsweise das Aussetzen der Taggeldzahlung für einen gewissen Zeitraum – ausgesprochen.

Wir hoffen wir konnten einen kleinen Überblick über die Gestaltung des Arbeitsmarktes in der Schweiz und den Versuch für mehr Flexibilität dieser geben. Als Vertriebsexperten der Handwerkersoftware TopKontor Handwerk zählen wir sowohl Handwerksbetriebe in Ostdeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen) als auch Unternehmen in den alten Bundesländern zu unseren Kunden. Aufgrund unserer Nähe zu den Handwerksbetrieben verfügen wir über ein sehr tiefgehendes Wissen und Verständnis aus der täglichen, praktischen Arbeit unserer Kunden. Ein Blick in die Schweiz, die in Deutschland gerne als beliebter „Arbeitgeber“ angesehen wird, hat sich daher gelohnt und in dem kurzen Überblick Einsicht in die Hürden der Schweizer bei der Gestaltung ihres Arbeitsmarktes gegeben.

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