Mieter beauftragt eigenmächtig Handwerker – Wer muss zahlen?

Im Grundsatz gilt die Regel „Wer bestellt, muss auch bezahlen“ auch für das Mietrecht. Aber was ist, wenn sowieso ein Installateur tätig werden muss, da beispielsweise der Spülkasten tropft? Dann müssen Sie nachweisen, dass ein andere Handwerker günstiger gearbeitet hätte und dann dessen Kosten erstatten.

Wer bestellt den Handwerker?

Um einmal beim Beispiel des Spülkastens zu bleiben: Hat Ihr Mieter bei Ihnen angerufen und Sie darüber informiert, dass der Spülkasten dauernd nachtropft, gilt dieser Schaden als „Mangel an der Mietsache“. Nach der Inkenntnissetzung haben sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie beauftragen selbst schnellstmöglich einen Handwerker oder Sie zögern die Beauftragung noch etwas hinaus – in diesem Fall darf der Mieter bis zur Instandsetzung die Miete selbst reduzieren.

Wer muss den Handwerker bezahlen?

Wird Ihnen vom Mieter der Mangel angezeigt, müssen Sie auf jeden Fall reagieren. So haben Sie die Möglichkeit, den Schaden selbst fachmännisch zu beseitigen oder einen Handwerker zu beauftragen, den Sie natürlich auch bezahlen müssen. Vielleicht findet sich im Mietvertrag aber auch eine Kleinreparaturklausel, die unter Umständen gegenüber dem Mieter eine Kostenrückforderung oder Kostenbeteiligung ermöglicht.

Was geschieht, wenn der Mieter den Handwerker ohne Rücksprache beauftragt?

Wird der Handwerker vom Mieter gerufen, der nach erfolgter Arbeit dem Vermieter die Rechnung präsentiert, muss der Vermieter die Kosten nicht ersetzen (§ 536a Abs. 2 Nr. 1 BGB). Vermieter müssen erst eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung erhalten, es sei denn, es besteht Gefahr um Leib und Leben oder zumindest um die Gesundheit des Mieters. Von Gefahr in Verzug spricht man beispielsweise, wenn die Gasleitung undicht ist, es zu einem Wasserohrbruch kam oder im Winter die Heizung ausfällt. In diesem Fall darf der Mieter den Handwerker auch ohne vorherige Rücksprache beauftragen.

Wird der Vermieter einfach übergangen und eine umgehende Schadensbeseitigung ist nicht erforderlich, muss der Vermieter nach Feststellung des BGHs (Urteil vom 16.1.2008, Aktenzeichen VIII ZR 222/06) weder die Aufwendungen für die Mängelbeseitigung noch eventuelle Schadensersatzforderungen entsprechend § 539 Abs. 1 BGB bzw. § 536 a Abs. 1 BGB begleichen.

Ausnahmen sind im Mietvertrag verankert

Viele Mietverträge enthalten eine Klausel welche die Kosten für Handwerksarbeiten regelt. Ein typisches Beispiel ist Kosten bis zu 150 Euro übernimmt der Mieter. Kosten über 150 Euro sind vom Vermietet zu bezahlen. Hier gilt es bereits vor Unterzeichnung des Mietvertrages die Klausel zu lesen und gegebenenfalls zu verhandeln. Bei laufenden Verträgen kann es sich lohnen mit dem Vermieter neu zu verhandeln und die Klausel ändern zu lassen.

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