Stundensatz in einer Handwerker-Rechnung muss wirtschaftlichen Kriterien entsprechen

Wer seine Handwerksdienstleistungen auf Stundenlohnbasis anbietet, muss in der Handwerker-Rechnung den Stundensatz und die angefallenen Arbeitsstunden aufführen. Stellt der Auftraggeber fest, dass ein Handwerker unwirtschaftlich gearbeitet hat, hat Ersterer die Möglichkeit, den Stundenlohn zu kürzen. Dies hat der Bundesgerichtshof in einem kürzlich veröffentlichten Beschluss festgelegt. Alles Wichtige zum Thema hier im Beitrag.

Auf der Handwerker-Rechnung müssen sowohl Angaben zur Höhe des Stundensatzes als auch zur Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden aufgeführt werden. Wenn sich herausstellt, dass der Stundenlohn unwirtschaftlich ist, hat der Auftraggeber die Möglichkeit, den Preis zu mindern. Der Handwerker sei zu einer wirtschaftlichen Betriebsführung verpflichtet, so der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 06. April 2016 – Az VII ZR 328/13.

Die Pflicht zur wirtschaftlichen Betriebsführung gilt auch dann, wenn der Auftraggeber einen Stundenzettel unterschrieben hat. Mit diesem Stundenzettel bestätigt er nur, dass die angegebenen Stunden auch erbracht wurden.

Stundenzettel sollte alle Tatsachen und erbrachten Arbeiten auflisten

Zwar liegt die Beweislast beim Auftraggeber, der die Unwirtschaftlichkeit des Aufwandes belegen muss. Das Handwerksunternehmen selbst muss aber genügend Informationen bereitstellen, damit der Kunde die Möglichkeit hat, die Wirtschaftlichkeit des Aufwandes genauer zu überprüfen. Deshalb sollten Handwerker bereits auf dem Stundenzettel die notwendigen Informationen aufführen und diese im Streitfall auch vor Gericht umfassend darlegen, so Rechtsanwältin Sabine Schönfeld, die als Abteilungsleiterin bei der Handwerkskammer zu Köln tätig ist.

Handwerker-Rechnungen schreiben mit TopKontor Handwerk

  • Matthias Ratton 6. Juli 2016, 20:47

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich beziehe mich auf den Bericht zu dem aktuellen Urteil des BGH, Handwerker Rechnung. Ich finde, dass hier genauer differenziert werden sollte. Das der Auftraggeber bei unwirtschaftlicher Leistung des Handwerkers die Menge an erbrachten Stunden kürzen kann, ist nachvollziehbar. Aber das die Höhe des Stundenlohns durch den Auftraggeber gemindert werden kann ist nicht zu verstehen. Die Höhe des Std.-Verrechnungssatzes obliegt dem jeweiligen Unternehmer. Die Angemessenheit- und Ortsüblichkeit der Preise ist zu berücksichtigen. Jedoch mit Nennung und schriftlicher Fixierung in der Auftragsbestätigung, vereinbaren zwei Parteien doch eben genau diese Höhe des Stundenlohns. Die Menge an geleisteten Arbeitsstunden ergibt sich aus den Ausführungen zu diesem Auftrag und können als wirtschaftlich oder unwirtschaftlich erst bei Fertigstellung der Arbeiten bewertet werden. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass der BGH in seinem Urteil die Höhe des Stundenlohnes ebenfalls zur Disposition stellt. Vielleicht kann dieses vom Autor des Berichts noch deutlicher dargestellt werden. Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Ratton

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