Drohnen als Chance für Dachdecker – Wie soll das gehen?

Können Drohnen die Arbeit der Dachdecker erleichtern? Die Drohne als weiteres Hilfsmittel neben Gerüst oder Hebebühne – geht das? Erste Dachdeckerbetriebe zeigen, ja es geht. Und liefern gestochen scharfe Bilder vom Dachstuhl aus allen möglichen Perspektiven. Doch es gibt dabei etwas zu beachten.

Alle reden von Digitalisierung im Handwerk. Und bei den Dachdeckern? Ein Beispiel: Bisher mussten und müssen Dachdecker zum Begutachten von Dächern entweder ein Gerüst aufbauen oder – vor allem bei höheren Gebäuden – eine Hebebühne anfordern. Mittlerweile greifen sie aber auf ein anderes Hilfsmittel zurück – die Drohne.

Je nach Modell kann die vom Boden ferngesteuerte Drohne bis zu 200 Meter hoch fliegen und gestochen scharfe Bilder vom Dachstuhl aus allen möglichen Perspektiven liefern. Eine Batterieladung reicht in etwa für sechs Minuten Flug, was für die vollständige Videoaufzeichnung des Daches vollkommen ausreichend ist. Die Videoaufzeichnungen werden in Echtzeit auf einen Laptop oder einen Tablet-Computer übertragen. Zugleich ist aber auch die Anfertigung einzelner Fotos möglich. Auf diesen Fotos ist beispielsweise jedes einzelne Steinchen einer Kirchturmspitze zu sehen. Sobald der Akku aufgebraucht ist, kehrt die Drohne selbstständig zum Boden zurück.

Anschaffungskosten einer Drohne

Dachdecker mit Drohne

Sind Drohnen eine neue und interessante Chance für Dachdecker? (Symbolbild)

Die Anschaffungskosten für eine Drohne inklusive Kamera liegen bei etwa 1.000 Euro. Allein die Miete und Nutzung einer Hebebühne schlägt schon mit Kosten von etwa 250 Euro zu Buche. Nach vier Einsätzen hat sich also eine Drohne bereits bezahlt gemacht, während die Kosten für die Hebebühne immer wieder anfallen und von den Auftraggebern zu tragen sind. Der Vorteil liegt also wie so oft bei einmaligen Kosten versus laufenden Kosten. Beim Einsatz einer gemieteten Drohne, als Alternative zum Kauf, wird in der Regel nur der Zeitaufwand berechnet.

Bevor ein Handwerker eine Drohne einsetzen kann, sollte er sich erst einmal in die Technik einweisen lassen, beispielsweise von einem anderen Hobby-Drohnenpiloten. Damit die Drohne in der Luft an der gleichen Stelle verbleibt, wird ein GPS-Signal genutzt. Ist dieses nicht abrufbar, wird es etwas schwieriger. Gerade deshalb sind die praktischen Erfahrungen anderer Drohnenpiloten von großem Wert.

Rechtliche Bestimmungen

Solange das Gewicht der Drohne mitsamt Kamera unter zwei Kilogramm liegt, wird für ihren Einsatz keine spezielle Genehmigung benötigt. In der Nähe von Flughäfen und in Großstädten ist der Einsatz von Drohnen ohne entsprechende Genehmigung nicht möglich, hier ist das Flugfeld zu nahe.

Selbstverständlich müssen die Unternehmen auch die datenschutzrechtlichen Bestimmungen einhalten. So ist beispielsweise die Veröffentlichung der Video- und Fotoaufnahmen nicht gestattet.

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